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Brennholz ein krisensicheres Ding? – oder was wir von der modernen Heizenergie erwarten

 

„Es ist eine ganz andere Art von Wärme.“ Gerade in letzter Zeit wird dieser Satz von zahlreichen Kachelofen-Betreibern der ländlichen und städtischen Regionen schwärmend verwendet. Vielmehr ist sogar die Rede davon, dass sich diese besondere Art der Wärme auch auf das Wohlfühlen der Sinne und auf den Geist übertragen lässt. Der gemütliche Abend lässt sich am besten damit verbringen ein gemütliches Kaminfeuer zu entzünden und im Kreise der Angehörigen einen oftmals stressigen Arbeitstag ausklingen zu lassen. Vergleicht man diese moderne und luxuriöse Art des Wohlfühlens mit früheren zum Teil ruppigen Zeiten, ergeben sich völlig differenzierte Szenarien. Bekannt ist, dass sich heutzutage jeder Mensch seine eigene Wärmequelle mehr oder weniger selbst wählen kann. Für ihn gilt es nicht nur den auserwählten Rohstoff so schnell wie möglich an Land zu ziehen, sondern auch noch preisgünstig. Der derzeit günstig herrschende Rohöl-Preis setzt den Verbraucher geradezu in eine Art Bedrängnis jetzt noch zu kaufen, bevor der Preis wieder anfängt zu steigen. Das momentane Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage in Bezug auf Rohöl zeigt deutlich, dass derzeit ein viel zu großes Angebot an Rohöl vorliegt. Jedoch nur vom Preisverfall des Rohöls zu sprechen wäre zu pauschal. Selbiges erleben derzeit auch Abnehmer von Erdgas.

Doch interessieren den Endverbraucher wirklich die Gründe für den drastischen Rückgang des Preises, welcher aus Konflikten von Nah- und Ost, dem von der USA betriebenen fracking oder gar den Einstieg des Irans in den Rohölhandel? Aller Voraussicht nach nicht. Der Mensch ist bestrebt seinen persönlichen Nutzen daraus zu ziehen und zugleich einen für ihn lukrativen Mehrwert zu erzielen. Jedoch wie sah es in den bereits angesprochenen früheren Zeiten aus- wie etwa der Steinzeit oder dem Mittelalter? Engere politische Konflikte oder Ölgewinnung aus Schieferöl herrschten in dieser Zeit bekanntlich nicht. Es musste sich daher mit dem zufrieden gegeben werden, was gerade zum Überleben vorrätig war. Hier besteht der wesentliche Unterschied zur heutigen Zeit, da der Mensch Mittlerweile nicht mehr vom Rohstoff Holz abhängig ist, sondern sich an einer Vielzahl von angebotenen Ressourcen bedienen kann.

Der natürliche nachwachsende Rohstoff Holz ist dementsprechend keine neue modetypische Erscheinung wie es bspw. in zahlreichen Schaufenstern der modern Münchner Hippster-Läden zur Geltung kommt. Die zunehmende Holzgewinnung in den letzten beiden Jahrhunderten beweist indes, dass sich völlig neue Märkte erschlossen haben. Vorweg darf hier besonders die Sägewerksindustrie bzw. Papierholzindustrie genannt werden. Es ist vielmehr ein Wandel der Zeit in welchem sich der heutige Unternehmer befindet. Salopp gesagt wird die Existenz des Unternehmers vom ihm bestimmt. Das in diesem Geschäftsbereich durchaus hohe Erträge erzielt werden können, haben vielerlei Händler und Unternehmer schnell erkannt. Auch hier herrscht ein ständiger Konkurrenzkampf, welcher wiederum durch das bereits erwähnte Marktgleichgewicht bestimmt ist. Ein bisher noch nicht sehr groß in Erscheinung getretenes Marktfeld erschließt sich in der Sparte des professionellen Brennholzhandels, welcher besonders stark im süddeutschen Raum vertretend ist. Die Reaktion des Endverbrauchers auf den billigen Rohölpreis und die damit verbundene Kaufkraft kann nach bisherigen einschlägigen Erfahrungen mit den derzeitigen Produkten auf dem Brennholzmarkt verglichen werden. Konkret bedeutet dies, dass der Endverbraucher auf Grund des niedrigen Rohölpreises im Gegenzug auch auf eine gleichzeitige Reduzierung des Holzpreises pocht. Unvorstellbar, jedoch ist genau das Gegenteil in den letzten Jahren eingetreten. Es hat sich zum Trend entwickelt moderne Schwedenöfen in die Haushalte zu integrieren. Für sprechend dafür sind mehrere Innnovationen bei der Verbrennungstechnik gegenüber den herkömmlichen in die Jahre gekommenen Grund- und Kachelöfen. Der zeitliche Verbrennungsvorgang kann bis auf ein Maximum verzögert werden und zugleich wird auch nur so viel CO2 wieder in die Atmosphäre abgegeben, wie jedes einzelnes Holzscheit auch nur hergibt. Hier sieht sich der Endverbraucher bestätigt: Umweltbewusstes Handeln verbunden mit sehr hoher Energieeffizienz. Getreu nach dem Motto: Ich möchte was zum Klimaschutz beitragen…Gerade in den Städten mit nur begrenzter Lagermöglichkeit finden Schwedenöfen zahlreiche Abnehmer, welche sich den eigentlich ländlich geprägten Stil gerne aneignen möchten. Hat da etwa der typische 089er zu viel Zeit in der urigen Skihütte verbracht und sich das Hirn am Ofen verbrannt?

Genau hier setzt der Brennholzhandel an. In einer boomenden Phase die Preise den Rohölpreisen anzupassen, in welcher die Nachfrage stetig steigt, wäre wirtschaftlich gesehen fatal. Die Meinung des Autors ist es auch, dass nach dem bewussten Kauf eines Schwedenofens nicht erwartet werden kann, dass im Gleichschritt das Preisniveau sukzessive sinkt.

Es ist in den meisten Fällen davon auszugehen, dass der Endverbraucher nicht in Kenntnis gesetzt ist, dass auch der Brennholzmarkt bzw. der Handel an sich einem ständigen Konkurrenzkampf innerhalb und außerhalb des Marktes ausgesetzt ist. Faktoren wie zunehmende Schwarzarbeit im Verkauf oder Massenankauf im Ausland mit anschließendem Wiederverkauf sind für ihn nicht sichtbar und nur schwer nachzuvollziehen. In erster Linie gilt es nämlich, dass die eigenen Bedürfnisse befriedigt sind. Dies soll zugleich kostengünstig (Holz darf doch nicht teuer sein..) und ohne großen Aufwand geschehen. Genau in diesem Punkt macht es sich die Konkurrenz zum Ziel den Endverbraucher zu locken. Wissend um diese Faktoren, ist es ein hart umkämpftes Ziel für den bayrischen Brennholzhändler weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben oder auf Grund des enormen Drucks Umsatzeinbußen einzugestehen.

 

Forstbetriebswirt Lukas Huber 30, Huglfing